Kategorien, Formen und Größe:
Neben der Unterscheidung zwischen Kinder-, Decken- und Mumienschlafsäcke liegt der Hauptunterschied in den Füllmaterialien, welche je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten.

Daunen:
Sehr wichtig ist für alle Schlafsäcke eine gute Unterlage, z.B. eine Isomatte, die für gute Isolation sorgt. Ein Daunenschlafsack bietet ein minimales Gewicht bei hohem Isolationsvermögen, kleinstem Packmaß und langer Lebensdauer. Der Feuchtigkeitstransport funktioniert außerordentlich gut. Der Daunenschlafsack verträgt allerdings keine übermäßige Feuchtigkeit und benötigt relativ viel Zeit zum Trocknen. Starke Komprimierung über längere Zeit ist ebenfalls ungünstig, und er erfordert generell mehr Sorgfalt bei der täglichen Pflege. Allergiker sollten auf normale Daune verzichten. Ganz anders ist dies bei einem Schlafsack mit teflonbehandelter Daune. Dieser ähnelt einem Polyesterschlafsack und kann von Allergikern verwendet werden.

Kunstfaser:
Wo viel Feuchtigkeit zum Tragen kommt (hohe Luftfeuchtigkeit oder starkes Schwitzen in warmen Gegenden) ist ein Polyesterschlafsack vorzuziehen. Daunenfüllungen verlieren in diesem Fall schnell ihren Loft, da die aufgenommene Feuchtigkeit nicht so schnell trocknen kann. Kunstfaserfüllungen behalten dagegen weitgehend Loft und Isolationsleistung. In der täglichen Pflege ist der Polyesterschlafsack einfacher.
Mit der Entwicklung der Kunst- bzw. Hohlfaser wurde ein Füllmaterial mit hervorragenden Eigenschaften geschaffen, das allen Anforderungen gerecht wird. Sehr gute Kunstfasern sind extrem feuchtigkeitsbeständig und genauso komprimierbar wie Daunen und haben bewiesen, dass nicht nur Daunen wirklich wärmen. Durch ständige Forschungsarbeit wird die Qualität der Kunstfaser von Jahr zu Jahr noch weiter gesteigert.
Wichtig ist die Bauschkraft der Füllung (Loft) sowie die Oberflächenbehandlung. Voraussetzung hierfür ist eine gute Konstruktion der Filamente, denn dies bedeutet optimalen Loft mit bestem Isolationsvermögen. Viele Hohlfasern werden auf der Oberfläche mit einer zusätzlichen Silikonisierung versehen, welche der Faser eine bessere Loft und besseres Isolationsvermögen gibt. Bei vielen Billigprodukten verschwindet die Silikonisierung aber schon nach einigen Waschvorgängen und die Füllung verliert somit an Loft.

Deckenform:
Der Schnitt steht mit der Wärmeleistung in nahem Zusammenhang. Bei sommerlichen Temperaturen reicht ein Deckenschlafsack aus um angenehmen Schlaf zu finden. Deckenschlafsäcke sind meist geräumiger und weniger beengend, dafür haben sie ein höheres Gewicht und Packvolumen.

Mumienform:
Bei kühleren Temperaturen ist die anpassende Körperform von Vorteil bzw. notwendig um die Körperwärme optimal zu nutzen. Grössere unausgefüllte Lufträume z.B. am Fussraum können sonst kaum noch erwärmt werden. Ein Plus sind extra stark befüllte Fuß- und Kopfkammern, welche die geringere Wärmeabgabe an diesen Teilen ausgleichen.

Kindermodelle:
Diese Kategorie ist selbsterklärend. Denn für Ihre Kinder ist es besonders wichtig, über einen Schlafsack zu verfügen, der auf ihre Körpermaße zugeschnitten ist. Nur so ist das Wohlbefinden und ein ruhiger Schlaf uneingeschränkt möglich.

Richtige Schlafsack Länge:
Als Faustformel gilt, Körpergrösse + 25cm = richtige Schlafsacklänge (bei Kinder ca. 20cm). Ein zu kurzer Schlafsack ist ärgerlich, da er sehr beengt und das Kopfteil nicht mehr ausreichend polstert, ein zu reichliches Modell hat den Nachteil, dass grössere leere Luftmengen nicht mehr zu erwärmen sind. D.h. der angegebene Temperaturbereich kann nur noch bedingt erreicht werden. Ob dies als Nachteil erscheint oder nicht hängt ganz von Ihrem Einsatzgebiet ab.

Anwendungsbereiche und Temperaturangaben:
Die Angaben über Temperaturanwendungsbereiche sollen nur als grobe Richtwerte verstanden werden. Zu viele Faktoren stehen einer Klassifizierung im Wege. Konstitution und Verfassung des Benutzers spielen eine ebenso große Rolle wie die verwendete Unterlage. Wesentlich ist vor allem die Höhe der Luftfeuchtigkeit sowie der sog. Windchill-Faktor. So können z.B. -10°C bei geringer Luftfeuchtigkeit und Windstille angenehmer empfunden werden als 0°C bei hoher Luftfeuchtigkeit und starkem Wind. Generell bietet ein zusätzliches Fleeceinlett eine Temperaturerhöhung von ca. 3-4°C.

Komfortbereich:
Ein Schlafen ohne Schwitzen oder Frieren ist möglich. Diese Temperaturzone sollte maßgeblich für die hauptsächliche Verwendung des Schlafsacks sein.

Komfort Limit:
an diesem Grenzwert können empfindliche Personen bereits frösteln. Dennoch ist der Einsatz des Schlafsacks bis zu dieser Marke problemlos möglich. Empfindliche Personen können den Wärmeverlust des Körpers durch geeignete Kleidung (Thermowäsche etc.) zusätzlich vermindern.

Extrembereich:
Im Extrembereich zwischen Comfort Limit und Extrem wird zusätzliche Kleidung (Thermowäsche, Fleece- oder Wollkleidung usw.) benötigt, um sich vor Unterkühlung zu schützen. Selbst dann können empfindliche oder weniger trainierte bzw. erschöpfte Personen frieren. Der untere Extrembereich gilt als minimale Überlebenstemperatur!

Pflege und Aufbewahrung:
Ein wichtiger Punkt in bezug auf die Lebenserwartung eines Schlafsackes ist Umgang mit dessen. Wird ein Inlett verwendet, wird der Schlafsack weniger schnell schmutzig. Es gilt ausserdem, Lüften ist schonender als das Waschen, was jedoch trotzdem generell unter Beachtung der Wasch-Vorschriften und mit einer geringen Menge Waschmittel möglich ist. Wenn Sie Ihren Schlafsack über die Zwischensaison lagern, achten Sie darauf dies nicht in komprimiertem Zustand, oder optimal, locker in einem grösseren Beutel und an einem trockenen Ort zu tun. Ansonst kann die Loft darunter leiden.

Isomatten:
Als Unterlage ist eine Matte zwingend, zum einen aus Komfortgründen, zum anderen da das Körpergewicht die Bodenfüllung stark zusammendrückt, so dass die Isolierung dort eine Schwachstelle bildet. Als günstige Variante gibt es Alu- oder PE Schaummatten. Der Vorteil ist in erster Linie der Preis und das Gewicht, jedoch sind sie nicht besonders robust und haltbar. Oft sind nach dem Urlaub die Zellen so zusammengepresst, dass keine Dämpfung mehr gegeben ist.
Selbstaufblasbare Thermoisomatten sind mittlerweile sehr belieb. Sie sind kompakt, mit offenzelligem PU-Schaum gefüllt und füllen sich selbst beim Öffnen des Ventils mit Luft. Diese Matten gibt es in sehr vielen unterschiedlichen Stärken, Breiten und Längen für jeden Anspruch.
Manche ziehen auch eine herkömmliche Luftmatratze vor. Diese sind meist jedoch sehr gross und schwer. Die Isolierung ist schlecht, da die Luft im Innenkörper zirkulieren kann, somit Haupteinsatz bei Sommertemperaturen.